Gebetsanliegen von Papst Franziskus im Monat Januar 2017: Für die Einheit der Christen: Alle Christen mögen sich treu zur Lehre des Herrn in Gebet und Nächstenliebe intensiv um die Wiederherstellung der kirchlichen Gemeinschaft bemühen und sich gemeinsam den humanitären Herausforderungen stellen.

SONNTAGSEVANGELIUM

15.01.2017: 2. Sonntag im Jahreskreis


ES SEI BESONDERS AUF DAS AUSMALBILD FÜR KINDER AM ENDE DIESER SEITE HINGEWIESEN.
charismatismus.wordpress.com
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Joh 1, 29-34

 

 

 

In jener Zeit sah Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt. Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekannt zu machen.

 

 

 

Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Das habe ich gesehen, und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.

 

 

Weiteres zum "Lamm Gottes", Bild anklicken.

 

 

 

Auslegung

 

Für Kinder:

 

 

 

Sicher weißt du, was ein Zeuge ist: jemand, der bei einer Begegnung oder einem Erlebnis dabei war und dem, der nicht dabei sein konnte, sagt, wie es war. Johannes der Täufer ist so ein Zeuge. Er bezeugt vor den Menschen: Jesus ist Gottes Sohn.

 

 

 

Johannes sagt auch:  Jesus ist „das Lamm Gottes“. 

 

Lämmer  spielten bei der Rettung der Israeliten vor der Tötung durch den ägyptischen König eine Rolle. Weil Jesu Tod am Kreuz und seine Auferweckung den Sieg über den Tod bedeuten, wurde das Lamm zum Zeichen für ihn: „Seht das Lamm Gottes“ – so heißt es noch heute in jeder Messe.

 

 

 

Johannes sagt weiter: Jesus tauft mit „Heiligem Geist“.

 

Gottes Geist kann auch heute die Menschen erfüllen. Wir können be-geist-ert aufbrechen, die Welt nach Gottes Willen gut und gerecht zu gestalten. Jesus, der Sohn Gottes und Sieger über den Tod, hat es vorgelebt: er hat Kranke geheilt, Traurige getröstet und Hungrige satt gemacht.

 

(Efi Goebel)

 

 

 

Für Erwachsene:

 

 

 

Der Evangelist Johannes liebt es, theologische Sachverhalte in Bilder oder Dialoge zu kleiden. Seine theologische Präzision macht dabei ein präzises Lesen nötig. So auch hier.

 

Das Lamm war zu Zeiten des Jerusalemer Tempels ein gängiges Opfertier. Zur jüdischen Frömmigkeit gehörte es, Gott regelmäßig Opfer zu bringen. Dadurch konnten auch Sünden gesühnt und Gott besänftigt werden. Wenn hier Jesus als Gottes Lamm bezeichnet wird, stellt das die Logik des Alten Testaments auf den Kopf: Gott ist es, der opfert, und durch dieses Opfer werden die Sünden vergeben.

 

Aber wer ist das Opfer? Ein Mensch namens Jesus? Sicher nicht, denn sogleich stellt Johannes der Täufer klar, dass Christus älter ist als er selbst und vor ihm war. Und das, obwohl das Lukas-Evangelium unmissverständlich erzählt, dass Johannes Monate vor Jesus geboren wurde.

 

Verwirrt? Unnötig, denn der Evangelist Johannes erläutert hier die Zwei-Naturen-Lehre. Jesus Christus war wahrer Gott und wahrer Mensch. Als Mensch war er natürlich jünger als der Täufer, als Gott aber ist er ewig. Denn in seiner göttlichen Natur ist Christus das Wort, das Gott selber ist und mit dem er sich den Menschen mitteilt, und das göttliche Wort ist ganz Gott und daher ewig. So kann der Täufer auf den Menschen Jesus blicken, aber den Gottessohn in ihm erkennen und zweifelsfrei feststellen: Der Sohn, das menschgewordene Wort, ist unendlich älter.

 

Wenn nun das Wort von Gottes grenzenloser Liebe Mensch wird, um diese Liebe uns Menschen mitzuteilen, dann geschieht Sündenvergebung. Denn die unbedingte Liebe Gottes zu den Menschen wird ja nicht größer oder kleiner, je nach Wohl- oder Fehlverhalten. Wir dürfen uns immer und in jeder Situation ganz darauf verlassen, Gemeinschaft mit Gott zu haben. Auch die Sünden trennen uns nicht, denn sie sind schon immer vergeben. Wer sich die Sündenvergebung schenken lässt, wird fähig, liebevoll zu leben.

 

Gott hat sich selbst zum Lamm gemacht, zum Opfer, das er uns Menschen brachte. Doch davon zu Ostern mehr.

 

(Diakon Dr. Andreas Bell)

 

 

Quelle: http://www.bibelbild.de/

Impuls zum Evangelium

 

Sünde

 

Aus: Michael Broch, Von Auferstehung bis Zweifel. Den Glauben neu sagen. Schwabenverlag, Ostfildern 2001.


Wird von mir etwas hartnäckig verlangt, gefordert oder wird mir etwas verboten, ohne dass ich den Grund einsehe, dann neige ich dazu, es äußerst unwillig zu tun, es nicht zu tun oder genau das Gegenteil zu tun. Nicht selten bin ich egoistisch: Ich drehe mich um mich selbst und verliere rasch den Blick für andere und dafür, was um mich herum geschieht. In diesem Zusammenhang spricht man dann gerne von Sünde. Was aber ist Sünde?

Dazu gibt es viele und gegensätzliche Meinungen. Jedenfalls verbindet man mit diesem Wort zumeist Moral oder Unmoral und darüber wachende Instanzen wie die Kirche. Moderne Menschen mögen das Wort Sünde nicht.

Was ist Sünde? Biblisches Denken ist da nüchtern und sachlich. Sündigen bedeutet dort: trennen, scheiden, entzweien, aber auch undankbar sein, verachten. Die „Ursünde“ in der Bibel ist der Unglaube, der sich gegen Gott richtet. Aber kann ich überhaupt gegen Gott sündigen? Wer ist er und wer bin ich? Kann ich Gott etwas geben, was er noch nicht hat, geschweige denn ihm etwas nehmen?

Gott will unser Glück, so bezeugt es die Bibel im Alten und Neuen Testament. Er will, dass unser Leben und Zusammenleben menschlich und menschenwürdig gelingt. Das ist auch der Sinn der Zehn Gebote. Gott nicht vertrauen, ihm nicht Zutrauen, dass dies seine Absicht mit uns ist, das heißt sich von ihm trennen, sich mit ihm entzweien. Und zugleich bedeutet es: mich von Mitmenschen trennen, absondern, mich mit anderen entzweien. Es wird finster in meinen Beziehungen. Es verfinstert sich mein Blick auf Gott. Vor allem ist es finster in mir und um mich. Würde ich sündigen, wenn es mir wirklich bewusst wäre, dass ich mir selber schade? Würde ich sündigen, könnte ich mir auch nur entfernt vorstellen, was ich mir selbst antue?

Gott will des Menschen Glück. Er will nichts von mir für sich selbst. Aber er will mich aus diesem elenden Zustand der Sünde, der vielfältigen Trennungen befreien. Dies verdeutlicht eine alte, sehr anschauliche und obendrein humorvolle Weisheit: „Gott ist Sündern näher als Heiligen.“ Wie das?

Anthony de Mello hat dafür ein schönes Bild gefunden: „Gott im Himmel hält jeden Menschen an einer Schnur. Wenn man sündigt, zerschneidet man die Schnur. Dann knüpft Gott sie mit einem Knoten wieder zusammen und zieht einen dadurch etwas näher an sich heran. Immer wieder schneiden deine Sünden die Schnur durch und mit jedem weiteren Knoten zieht dich Gott näher und näher.“

Jeder Vergleich hinkt und auch hier bleibt einzuwenden, dass Gottes Beziehung zum Menschen nicht „Schnur“, sondern Freiheit ist. Dennoch: Entspricht dieses dem Sünder geradezu schmeichelnde Wort nicht der Gedankenwelt Jesu? Er wollte doch nichts anderes als Trennwände einreißen und neue Beziehungen herstellen zwischen Mensch und Gott sowie unter den Menschen.

Ausmalbild zum Evangelium

A_02.So.pdf
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Quelle: http://www.bibelbild.de/


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