Gebetsanliegen von Papst Franziskus im Monat Juni 2016: 1. Für die Älteren und für die am Rande Stehenden: für Orte der Begegnung und der Unterstützung. 2. Für die Seminaristen und die jungen Ordensleute: um Freude und ganzheitliches Wachstum.

SONNTAGSEVANGELIUM

26.06.2016: 13. Sonntag im Jahreskreis


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Lk 9, 51-62  

 

Als die Zeit herankam, in der er (in den Himmel) aufgenommen werden sollte, entschloss sich Jesus, nach Jerusalem zu gehen. Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen. Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war.

Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet? Da wandte er sich um und wies sie zurecht.
Und sie gingen zusammen in ein anderes Dorf. Als sie auf ihrem Weg weiterzogen, redete ein Mann Jesus an und sagte: Ich will dir folgen, wohin du auch gehst. Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.
Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der erwiderte: Lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben. Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes!
Wieder ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich von meiner Familie Abschied nehmen.Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.

Impuls zum Evangelium

 

Im Sich-verlieren zu sich finden

 

 

Joseph Ratzinger, Dogma und Verkündigung, München: Erich Wewel Verlag 1973.


[ ...] Was heißt „Nachfolge Christi“? Ursprünglich hatte dies Wort einen ganz einfachen und untheoretischen Sinn. Es meinte - schlicht gesagt - dies, dass Menschen sich entschlossen, ihren Beruf, ihr Geschäft, ihren bisherigen Alltag hinter sich zu lassen und stattdessen mit Jesus zu gehen. Es meinte also einen neuen Beruf, den des Jüngers, dessen Lebensinhalt das Mitgehen mit dem Meister, das vollständige Sich-Anvertrauen an seine Führung darstellt. „Nachfolgen“ ist so etwas recht Äußerliches und etwas ganz Innerliches zugleich. Etwas Äußerliches: das wirkliche Einhergehen hinter Jesus auf seinen Wanderungen durch Palästina; etwas Innerliches: die neue Orientierung der Existenz, die nicht mehr im Geschäft, im Broterwerb, im eigenen Wollen und Einsehen ihre Leitpunkte hat, sondern weggegeben ist an den Willen eines andern, so dass das Mitsein mit ihm, das Zur-Verfügung-Stehen für ihn nun zum eigenen Daseinsinhalt geworden ist. [ ...] Nachfolgen heißt wirklich nach-gehen, die Richtung annehmen, die vorgegeben wird, auch wenn diese Richtung dem eigenen Wollen direkt entgegenläuft. Gerade weil das Wort so wört-lich gemeint ist, reicht es in die innerste Tiefe des Menschen hinein.
Von hier aus kann man nun wohl schon ein wenig begreifen, was gemeint ist, wenn die Berufung der Jünger und so das Wesen der Jüngerschaft in den Evangelien stereotyp mit dem einen Wort Jesu geschildert wird: Folge mir! Das ist zunächst die Aufforderung, den bisherigen Beruf wegzugeben, aber es ist tieferhin die Aufforderung, sich selbst wegzugeben, um ganz für  d e n  dazusein, der seinerseits gänzlich für das Wort Gottes dasein wollte, so sehr, dass das spätere Nachdenken ihn selbst als das fleischgewordene Wort Gottes erkennen durfte. [...]

Nur im Sich-Verlieren kann der Mensch zu sich finden; nur indem er sich weggibt, kommt er zu sich. Dies eigentliche, entscheidende Martyrium des wahren Sich-Verlierens ist und bleibt die Grundbedingung der Nachfolge Christi, auch in den bequemen Zeiten, in denen das Christentum im Schutze staatlichen Wohlwollens geneigt sein könnte, den Schatten des Kreuzes zu vergessen. Und müssen wir noch hinzufügen, dass die so begriffene Nachfolge Christi nicht nur das Grundgesetz der Menschwerdung Gottes, sondern ebenso der wahren Menschwerdung des Menschen ausspricht?
[...]
So heißt Christus nachfolgen, in jenes Sich-Verlieren eingehen, das der eigentliche Kern der Liebe ist. Christus nachfolgen heißt, ein Liebender werden, wie Gott geliebt hat. Von da aus darf Paulus das Ungeheuerliche sagen: Christus nachfolgen ist Gott nachahmen, eintreten in die Grundbewegung Gottes selbst. Gott ist Mensch geworden, damit die Menschen Gott-ähnlich werden. Nachfolge Christi ist zuletzt nichts anderes als Menschwerdung des Menschen in das Menschsein Gottes hinein.

Ausmalbild zum Evangelium

C_13So.pdf
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Quelle: http://www.bibelbild.de/


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